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Adrian Hermann
Medien und Genres der Verwissenschaftlichung von Religion auf den Philippinen um 1900: eine Miszelle

Der Artikel leistet einen Beitrag zur Untersuchung von Prozessen der Verwissenschaftlichung von Religion auf den und in Bezug auf die Philippinen um 1900, insbesondere in der spanischsprachigen kolonialen Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt steht die exemplarische Vorstellung von religionswissen-schaftlich bislang wenig beachteten, überwiegend in spanischer Sprache verfassten Quellen philippinischer Intellektueller um 1900. Diese Texte, die unterschiedliche mediale Formen und Genres aufweisen, dokumentieren vielfältige Verhältnisbestimmungen insbesondere von Religion und Wissenschaft. In einer vorläufigen Darstellung wird dieser Quellenbestand für die Diskussion um eine Globale Religionsgeschichte erschlossen. Vorgestellt werden Texte von Pedro Paterno und Isabelo de los Reyes sowie zeitgenössische Zeitschriften und deren massenmediales Umfeld. Abschließend wird für die Religionswissenschaft mit Blick auf medienwissenschaftliche Diskussionszusammenhänge die Frage aufgeworfen, wie genre- und medientheoretische Ansätze als Aspekt einer Globalen Religionsgeschichte zueinander ins Verhältnis gesetzt werden können.

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Stephanie Gripentrog
Fälle von Religion

Der Beitrag beschäftigt sich mit der spezifischen Rolle von psychologischen Fallgeschichten für die Verwissenschaftlichung von Religion und nimmt dafür insbesondere die Tagungsgeschichte in den Blick. Nach einigen grundsätzlichen Überlegungen zur epistemologischen Relevanz der Fallgeschichte und wissenschaftlichen Kongressen als Orte spezifischer Wissensproduktion folgt die Analyse eines Ausschnitts des Fachdiskurses der entstehenden Religionspsychologie. Hierfür werden insbesondere die ersten internationalen religionspsychologischen Kongresse der Jahre 1930 und 1931 in den Blick genommen. Gegenstand der Analyse sind hier vor allem die entsprechenden Kongressakten sowie die Bedeutung von Fallgeschichten für die Begründung der Religionspsychologie als empirischer Wissenschaft. Dabei sticht die Fallgeschichte der Therese Neumann von Konnersreuth in besonderem Maße heraus: Sie war nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch von hoher Brisanz. Gegenstand des zweiten Kongresses von 1931 war vor allem die Frage nach dem „Unglauben“, mit der auf die als krisenhaft wahrgenommene religiöse Situation der Gegenwart reagiert und der ebenfalls anhand empirischer Erhebungen nachgegangen wurde. Auf beiden Kongressen zeigte sich eine Veränderung des disziplinären Selbstverständnisses: Im Interesse einer religionsapologetischen Profilierung bewegte man sich weg von früheren, als „psychologistisch“ wahrgenommenen Ansätzen.

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Ulrich Vollmer
Bibliographie Jürgen Mohn
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Anja Kirsch
Zwischen Katechismus und Parteidokument: Eine Genregeschichte von Religion und Politik im frühen 19. Jahrhundert

In den 1830er und 1840er Jahren formierten sich europaweit Protestbewegungen, deren politische Forderungen eng mit der Frage nach der gerechten zukünftigen Gesellschaft verknüpft waren. Religionsgeschichtlich greifbar wurde dieser sozialutopische Diskurs in den Profildiskussionen der in dem revolutionären Klima entstehenden frühsozialistischen Bewegung/en. Ihre Programm-dokumente verhandelten sowohl die Grundlegung der zukünftigen Gesellschaft als auch das Wesen der neuen Bewegung. Gestritten wurde im Format des Katechismus. Dieser Artikel untersucht die Kommunikationskreisläufe von über 40 Katechismen und Glaubensbekenntnissen aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Staaten des Deutschen Bundes sowie der Schweizerischen Eidgenossenschaft in ihrem sozial- und kulturhistorischen Kontext. Mittels polizeilicher Verhörprotokolle, Kongressmitschriften und Rundschreiben, Korrespondenzen, persönlicher Briefe und Erinnerungen von Beteiligten wird nachgezeichnet, wie die Religionsfrage ins Zentrum der frühsozialistischen Identitätsdebatte rückte. Im Zuge dieser Debatte begann sich die Verhältnisbestimmung von Christentum und Kommunismus als Verhältnisbestimmung von Religion und Politik zu konturieren, ohne dass dabei scharfe Grenzen gezogen wurden. Die Analyse zeigt auf, wie Alltagsunterscheidungen, wahrgenommene Uneindeutigkeiten des katechetischen Formats sowie ein aufkommender Genrezweifel die moderne Differenzierung von Religion und Politik präfigurierten. Anschließend an religionswissenschaftliche Forschungen zu Säkularität wird hier ein Zugang zu vorbegrifflich bleibenden Differenzierungen entwickelt, der die epistemologischen Voraussetzungen expliziter Grenzziehungspraktiken untersucht.

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David Atwood
Weder „Kriegsmaschine“ noch Apologetik: der Beginn der Religionswissenschaft in Frankreich

Der Aufsatz geht der frühen französischen Religionsforschung in ihren ersten zwei Generationen seit der Institutionalisierung nach und zeigt exemplarisch, wie sich im historisch und politisch spezifischen Kontext der Dritten Republik eine Religionsforschung bildete, die sich von der Theologie abgrenzte und ihre eigene disziplinäre Identität suchte. Dabei stehen zuerst die wissenschaftlichen Institutionen und ihre Genres (Antrittsvorlesungen, Zeitschriften, Lexika und Kongresse) im Fokus. Mit zwei Beispielen wird anschliessend der Prozess der Verwissenschaftlichung und die Veränderung der frühen französischsprachigen Religionswissen-schaft von der ersten zur zweiten Generation illustriert: Léon Marillier steht exemplarisch für die erste Generation der französischen Religionswissenschaftler, während mit Marcel Mauss die Konsolidierung von Religionswissenschaft, -geschichte und -soziologie beschrieben wird. Die frühe französischsprachige Religionswissenschaft wird somit anhand der Genese ihrer ersten Denkstile konturiert, die sich im Durchgang durch die Genres aufzeigen lassen.

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Stefan Ragaz
Wissenschaft, Religion und die Präpotenz der Grenze: eine essayistische Hommage an Jürgen Mohn

Dieser Beitrag stellt Wissenschaft und Religion heuristisch gegenüber. Er vertritt die These, dass sich die beiden Konstituenzien dieser Gegenüberstellung unter Rückgriff auf Jurij Lotmans kultursemio-tisches Konzept der Semiosphäre in Bezug auf ihr jeweiliges Verhältnis zur kulturellen Dynamik formal unterscheiden lassen, ohne dass sie inhaltlich definiert werden müssen. Die Religion wird dabei mit Lotmans Begriff des Zentrums assoziiert, die Wissenschaft mit der Grenze. Die Wissenschaft ist diejenige Kulturform, die – semiotisch gesprochen – mit der Veränderung von der Peripherie her rechnet, da sie sich selbst als stets revidierbar auffasst. Die Religion hingegen wird als kulturelles Modell verstanden, das nach Zentralisierung, Homogenisierung und Verstetigung strebt. Um ihre Stabilität zu gewähren, versucht die Religion sich gegen die von der Grenze her einfliessende Information zu immunisieren. Der religions- und wissenschaftstheoretische Essay ist eine Hommage an Jürgen Mohn und eine Danksagung für unsere langjährige Zusammenarbeit.

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Dominik A. Haas
New Directions in Mantra Studies: Exploring the Emergence of Mantra Repetition

Many theories understand repetitiveness to be inherent in the concept of mantra itself. Despite its popularity and its significance for South Asian—and, indeed, global—religious history, mantra repetition has been insufficiently defined as an object of research. The peculiarities of the repetitiveness of mantra repetition are hardly ever reflected upon in academic literature. Furthermore, it has been assumed that mantra repetition is a timeless and even universal practice. Consequently, mantra repetition has eluded adequate scholarly analysis: Significant terminological particularities in primary sources have been overlooked and the possibility of historical developments has not been considered. In this article, I survey the current state of research relevant for the study of the emergence of mantra repetition—in particular, the practice of continuously reciting one and the same short formula—from its post-Vedic origins up to the middle of the first millennium CE. I also formulate research questions and hypotheses to guide future studies on the subject.

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Alexandre Grandjean , Laurent Amiotte-Suchet , Carole Dessauges
Vers une sociologie du prêtre âgé : Des hommes à part et comme les autres

In Switzerland and France more than half of the catholic priests are over 75 years old. Yet, according to canon law at this age they usually must leave their pastoral responsibilities and may retreat from their ecclesial life. Facing the perspective of a church without priests, and enhancing a moral discourse in which human dignity and the exemplarity of the clergy entangle, the diocesan organizations have shown only recently a preoccupation about the ageing of their priests. Here, we develop an empirical framework for a sociology of ageing priests that considers the importance of their national and diocesan contexts. Our aim is to review the category of “ageing priests” through its contemporary heterogeneity. We use a grounded theory approach in qualitative sociology to examine different situations of this social category. Our considerations cross theological examples of aging priests in the Catholic Church, the statements of caregivers, and the “lived” heterogeneity of aging priests themselves. We aim to document the current adaptations and new versions of Catholicism after the Second Vatican Council in the light of current gerontological norms that apply to the clergy.

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Julian Strube
Dynamiken des Religionskontakts im Dialog mit verflechtungsgeschichtlichen Ansätzen der Globalen Religionsgeschichte

Krechs ursprünglich im Jahr 2012 erschienener Artikel „Religious Contacts in Past and Present Times: Aspects of a Research Programme“ wird in diesem kommentierenden Beitrag in den Kontext mehrerer Pionierarbeiten eingeordnet, die wichtige Impulse für eine Globale Religionsgeschichte gegeben haben. Gerade weil der Artikel als provisorischer Zwischenschritt erschienen ist, wird er für ein Nachdenken über anhaltende Herausforderungen einer Globalen Religionsgeschichte fruchtbar gemacht. Es wird hervorgehoben, wie damals formulierte zentrale Fragestellungen auch in gegenwärtigen Diskussionen fortbestehen, die sich allerdings vorwiegend durch global- und verflechtungsgeschichtliche, oft genealogisch ausgerichtete Ansätze auszeichnen. Dies hebt hervor, wie das von Krech ins Spiel gebrachte methodologische Repertoire für das Nachdenken über Globale Religionsgeschichte wertvoll sein kann.

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Oliver Krüger
Edmund Hardy: Religionswissenschaft als empirische Kultur- und Geisteswissenschaft

Edmund Hardy (1852-1904) war katholischer Priester, Indologe und Religionswissenschaftler in Zeiten des deutschen Kulturkampfes und Kolonialismus. Mit seinen ab 1890 gehaltenen Vorlesungen „Einleitung in die vergleichende Religionswissenschaft“ an der deutschen Universität Freiburg und seiner Ernennung zum Professor für „Vergleichende Religionswissenschaft und altindische Literatur“ 1894 im Schweizer Freiburg vollzog die junge Disziplin nun unter dem Begriff „Religionswissenschaft“ ihre ersten Schritte einer akademischen Institutionalisierung im gesamten deutschsprachigen Raum. Vor allem in seinem Aufsatz „Was ist Religionswissenschaft?“ von 1898 bestimmt Hardy die Religionswissenschaft als eine streng empirische Geistes- und Kulturwissenschaft, die sich methodisch an den Historismus und an ein frühes Verständnis der Psychologie nach Wilhelm Dilthey und Wilhelm Wundt anlehnt. Wie auch der frühe, empirische Ansatz von Joachim Wach wurden die methodischen Arbeiten von Hardy in der langen Periode der Religionsphänomenologie kaum wahrgenommen. Abschließend gilt es, dieses Fallbeispiel zu nutzen, um die Frage nach der Konstruktion unserer Fachgeschichte und insbesondere der „Klassiker“ aufzuwerfen.

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Oliver Krüger
Edmund Hardy (1852-1904): Eine kommentierte Bibliographie
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Oliver Krüger, Katharina Wilkens
Die Hardy-Stiftung (1905 bis 1962)

Mit seiner testamentarischen Verfügung aus dem Jahr 1901 vermachte der Indologe und Religionswissenschaftler Edmund Hardy (1852-1904) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften einen hohen Betrag zur jährlichen Förderung und Auszeichnung indologischer Forschungen. In ihren aktiven Jahren von 1905 bis 1922 und von 1930 bis 1936 unterstützte die Hardy-Stiftung zahlreiche einzelne Forscher sowie eine Reihe internationaler Publikations-projekte. Die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges einhergehende Isolation deutscher Wissenschaft führte schließlich zu einer nationalen Provinzialisierung der Stiftung.

Der Artikel beleuchtet zunächst den Hintergrund der Stiftung, sodann die zentralen Personen der Stiftungskommission und zuletzt die Förderpraxis in ihren sich wandelnden ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen.

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Ulrich Vollmer
Edmund Hardy und das Archiv für Religionswissenschaft

Im Zuge der Konstituierung der Religionswissenschaft als einer eigenständigen akademischen Disziplin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begegnen uns auch die ersten Fachzeitschriften. Im deutschsprachigen Bereich kommt hier dem erstmals 1898 erschienenen Archiv für Religionswissenschaft eine besondere Bedeutung zu. Sein Gründer und erster Herausgeber war der Bremer Gymnasiallehrer Thomas Achelis (1850-1909). Den ersten Band eröffnete – gleichsam als Leitartikel – Edmund Hardy (1852-1904) mit seinem Text „Was ist Religionswissenschaft? Ein Beitrag zur Methodik der historischen Religionsforschung“. Die folgende Untersuchung stellt zunächst die Anfänge des Archivs für Religionswissenschaft in den wissenschaftsgeschichtlichen Kontext, gibt sodann einen Überblick über die wichtigsten biographischen Daten von Edmund Hardy und die grundlegenden Aspekte seines wissenschaftlichen Werks. Schließlich soll ein Blick auf die weitere Entwicklung des Archivs für Religionswissenschaft mit dem Übergang auf die neue Herausgeberschaft in der Verantwortung von Albrecht Dieterich (1866-1908) und auf die Rezeption Hardys in der Forschungsgeschichte geworfen werden.

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Oliver Krüger, Ulrich Vollmer
Edmund Hardy and the Science of Religion

Edmund Hardy (1852–1904) was a Catholic priest, Indologist, and religious scholar who lived and worked during the period of the Kulturkampf struggle between the German Chancellor Bismarck and the Catholic church as well as early German colonialism. The lecture he gave under the title “Einleitung in die vergleichende Religionswissenschaft” (“Introduction to Comparative Religion”) at the German University of Freiburg in 1890 and his appointment as professor for “Vergleichende Religionswissenschaft und altindische Literatur” (“Comparative Religion and Ancient Indian Literature”") in 1894 at the Swiss University of Fribourg were key steps in establishing the discipline of Religionswissenschaft (Science of Religion) in the German-speaking world. The essay he wrote in 1898 entitles “Was ist Religionswissenschaft?” (“What is the Science of Religion?”) was perhaps his key statement of the nature of this discipline, which he defines as a strictly empirical Geisteswissenschaft and Kulturwissenschaft (Arts and Humanities). This essay was the first article to appear in the new journal Archiv für Religionswissenschaft, edited by the secondary school teacher Thomas Achelis (1850–1909). Hardy’s approach was methodologically based on historicism and on the early understanding of psychology according to Wilhelm Dilthey and Wilhelm Wundt. However, as similarly befell Joachim Wach’s empirical approach, Hardy’s methodological work was barely noticed during the long reign of the phenomenology of religion. This observation raises fundamental questions of how the history of our discipline has been constructed and, in particular, of what are considered “classics” in the study of religion.

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Edmund Hardy
Was ist Religionswissenschaft? Ein Beitrag zur Methodik der historischen Religionsforschung
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Lina Rodenhausen
Is Religion More than a Hobby? Social Media Debates on Germany’s Religious-Political Order during COVID

This study uses social media comments on news reports about the exemption of religious communities in Germany from COVID-19 restrictions as empirical data for researching a contemporary, everyday understanding of religion as suggested by Michael Bergunder (2014). To analyse the discourse on religion, a qualitative content analysis is applied, which pre-structures the corpus. This allows for diverse attitudes towards policies on religion, as well as their correlations to understandings of religion to be identified. The results show that the contested role of religion in society and its relationship to the state is linked to the struggle over the filling of the concept of religion. Finally, a critical assessment following Bergunder’s approach is applied, emphasizing the need to research the current understanding of religion as a contested concept.

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Irene Becci
Grounding Eco-Spiritualities: Insights Drawing on Research in Switzerland

The articulation of ecology and spirituality has long-time either be ignored or taken for granted. Rarely has it been approached by a constructivist or processual perspective. This text draws on research on public environmentalism in Switzerland since 2015 when an increasing number of appeals to consider ecological issues with spiritual references appeared. While this observation could not be explained simply by the hypothesis of “greening of religions”, the research asked what the social profiles were of the carriers of this articulation? This text presents how the research has explored life courses of environmentalists to reconstruct the way they have articulated their spiritual or moral ideas with ecology or vice versa. It thereby identifies two main groups who have very different positions in the public realm. The aim of this text is to understand how the two fields of religion—in the broadest sense of the word—and ecology, which were previously quite distinct and relatively impervious to each other, have recently been reshaped in relation to each other, particularly around the notion of eco-spirituality. This text adopts a socio-anthropological perspective to describe eco-spirituality not only as an intellectual category invented in theological and philosophical spheres but as entailing a variety of practices, worldviews, and meaning-making processes interweaving ecology and spirituality.

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Anja Kirsch, Oliver Krüger, Christophe Monnot, Andrea Rota
Editorial: AЯGOS – Ein neues Journal in der Religionswissenschaft
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Christophe Monnot
La thèse de Lynn White Jr : un programme retentissant et son revers

Il est extrêmement rare qu’une réflexion sur les relations entre les êtres humains, la religion et la nature ne se réfère pas à la publication de la fameuse thèse de White « The Historical Roots of our Ecologic Crisis » (1967). Les intentions de la contribution de White se voulaient véritablement « programmatiques » en suggérant des réformes de la théologie chrétienne. L’argument de cet article est de souligner que l’historien appelait par sa conférence à une réforme du christianisme, en mettant en lumière sa responsabilité dans la crise environnementale. Pour étayer cette position, nous nous appuierons, au-delà de la thèse de 1967, sur deux autres publications postérieures que nous présenterons dans cet article. Nous relèverons qu’en voulant infléchir la théologie chrétienne, White pensait influencer les valeurs occidentales sur l’écologie. L’ironie du sort est qu’il est bien parvenu à participer à un mouvement de réforme de la théologie, mais la sécularisation a depuis frappé à la porte de l’Occident annulant la potentialité qu’une théologie dissémine des valeurs fondamentales pour la société.

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Giovanni Filoramo
Il disincanto del mondo e la sacralizzazione della natura

Il contributo si propone di rileggere gli attuali processi di sacralizzazione della natura sullo sfondo di una storia plurisecolare del sacro tipica dell’Occidente che ha portato all’emergere di un sacro secolare distinto da un sacro religioso. Dopo aver riflettuto sul problematico concetto di natura/Natura (par. 2) e accennato alle fasi principali che il sacro ha conosciuto nella tradizione occidentale (par. 3 e 4), l’articolo si sofferma sugli attuali processi di sacralizzazione della natura (par. 5). Essi possono essere di due tipi, a seconda che si richiamino a un sacro religioso, come nel caso delle correnti neopagane che costituiscono una componente importante della spiritualità ecologica, o secolare, come nel caso dell’ambientalismo radicale non religioso.

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Stéphanie Majerus
Die kosmischen Kühe der Demeter-Landwirtschaft. Tier und Mensch im sozialen Gefüge religiöser Weltdeutungen

Kulturwissenschaftliche Arbeiten befassen sich im Zuge des 21. Jahrhunderts zunehmend mit sozialen Interaktionen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Tieren. Während frühere Publikationen eher die symbolische Bedeutung und den ökonomischen Nutzen von Tieren analysierten, wird derzeit ebenfalls gefragt, ob Tiere Teil der menschlichen Sozialgemeinschaft sind. Im vorliegenden Beitrag wird dargelegt, inwiefern sich auf biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieben, die sich im Demeter-Verband zusammenschließen, Tier-Mensch-Beziehungen ergeben, die aus der Innenperspektive als kooperativ und gegebenenfalls freundschaftlich betrachtet werden und weshalb Biodynamiker:innen die Ansicht vertreten, ein Interspezies-Austausch zwischen Mensch und Tier sei möglich. Die Befunde der Studie fußen größtenteils auf einer ethnographischen Feldforschung und semi-strukturierten Interviews. Der Beitrag lotet das Potenzial der Mensch-Tier-Beziehung als zukünftiger Forschungsperspektive im Bereich der Öko-Spiritualität aus und knüpft in diesem Zusammenhang an den Ansatz der Material Religion an.

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Kocku von Stuckrad
Bron Taylor’s Dark Green Religion after Twelve Years

Bron Taylor’s book Dark Green Religion: Nature Spirituality and the Planetary Future, published in 2010, remains to be an important resource still today. This article discusses the book in the light of Bron Taylor’s work in the field of religion and ecology, interpreting the “global greening of religion” as a strong movement that is driven by discourse communities, consisting of scholars (both from the humanities and the natural sciences), writers, artists, practitioners of all walks of life, politicians, and environmental activists. After briefly discussing examples from recent literature and fiction, the article reviews some influential tendencies within the field of religion and ecology that followed the publication of Dark Green Religion. Besides further research that tests the book’s main hypotheses, these tendencies include a new interest in animism as a key concept both for practitioners and researchers.

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Alexandre Grandjean
On Bron Taylor’s Dark Green Religion: Contribution and Critiques from Social Theory

In 2010, Bron Taylor published his seminal book Dark Green Religion: Nature, Spirituality and the Planetary Future, which rapidly became a “must-read” in the ongoing ecology-religion debates. A decade later, this work gained broader visibility and diffusion with a German translation. This paper aims at introducing the first two chapters of Angelica Federici’s and Eleonora D’Alessandro’s translation in Italian to a European continental audience. It first provides a brief genealogy of the ecology-religion debates and how it structured into an interdisciplinary field of research. Then, it details how the concept of dark green religion is useful for expanding ongoing scholarly discussions. On a more critical note, and from the perspective of social theory, the author suggests two critiques that challenge religious scholars and social scientists to extend current thought and reflection on dark green religion.

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