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Abstract
Der Artikel diskutiert Oliver Krügers These eines Paradigmenwechsels in der Religionswissenschaft von einer aristotelisch bedingten Wesensdeutung hin zu einem relationalen Verständnis von Religion. Der vorgeschlagene „Umbrella Term“ eines relationalen Paradigmas scheint dabei tatsächlich das Gemeinsame der zahlreichen neueren, religionswissenschaftlichen Fragestellungen und Themen widerzuspiegeln. Der empirische Befund überzeugt mit Blick auf die deutschsprachigen Enzyklopädien – es muss aus religionshistorischer Perspektive jedoch die Frage aufgeworfen werden, ob die aus diesem Korpus gewonnenen Einsichten ohne Weiteres (mindestens) auf den westeuropäischen Diskurs übertragbar sind: Kann also das aristotelische Paradigma auch in historischen Lexika aus Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien identifiziert werden? Kritisch wird zudem die Deutung der definitorischen Praxis als „europäischer Sonderfall“ bewertet, die die Gefahr eines unreflektierten „Westernism“ birgt. An dieser Stelle wäre es wichtig, außereuropäische Wissensordnungen und enzyklopädische Projekte stärker zu berücksichtigen.

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