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Abstract
Wie kann die Vervielfältigung von Themen, turns und Theorien in der aktuellen Religionswissenschaft erklärt werden? Mit Hilfe des Konzeptes des Paradigmenwechsels nach Thomas Kuhn untersucht die Studie die erkenntnistheoretischen Konsequenzen der Frage „Was ist Religion?“. Grundlage dafür ist eine Analyse der Praxis der Definition von „Religion“ in deutschsprachigen Enzyklopädien der letzten drei Jahrhunderte, die über diesen langen Zeitraum weitgehend konstant ist und hauptsächlich aus Etymologie, Wesensdeutung und einer Typologie von „Religion“ besteht. Daraus lässt sich ein aristotelisches Paradigma ableiten. Der mit diesem Paradigma verbundene Anspruch auf eine überzeitliche und kulturübergreifende Universalität führte schließlich zu einer Krise der Definition von „Religion“ in der Spätzeit der Religionsphänomenologie. Seit den 1960er Jahren hat die Religions-wissenschaft jedoch alternative Ansätze entwickelt, die Aspekte der menschlichen Interaktion, der Kommunikation und der wechselseitigen Beziehungen betonen. Ich schlage vor, diese neuen Perspektiven unter dem Begriff „relationales Paradigma“ zusammenzufassen. Beispiele und Konsequenzen für dieses Paradigma werden in den Schlussfolgerungen dargelegt.

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