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Abstract
Als modische Vorbilder muslimischer Kleidungspraxis erstellen viele Hijabi-Creatorinnen auch Content zur religiösen Lebensführung und werden von ihren Followerinnen als Freundinnen, und nicht selten Ratgeberinnen angesehen. Der Austausch auf Accounts von Hijabi Creatorinnen ist meistens in kapitalistische Logiken eingebettet, zeichnet sich aber auch dadurch aus, dass er für die Subjektposition „muslimische Frau in Deutschland“ verschiedene Modellpraktiken ausarbeitet, die ihre umkämpfte Verortung in der deutschen Öffentlichkeit visuell und diskursiv umsetzt. Der Artikel diskutiert mithilfe des Forschungsprogramms der Wissensgenealogischen Diskursanalyse (WDA) zwei empirische Fälle, die unterschiedliche Subjektpositionen im Diskurs um die (modische) Verortung muslimischer Frauen in Deutschland illustrieren, und untersucht, wie darin religiöse Autorität ausgehandelt wird. Die Analyse legt eine spezifisch weiblich gegenderte Form religiöser Autorität nahe, die als wechselseitige Inspiration und Lebenshilfe eher eine schwesterliche Regulierung im Sinne eines eye-level-advice etabliert. Die empirischen Fallbeispiele zeigen aber, dass auch innerhalb dieses Feldes große Unterschiede in der Ausgestaltung und Subjektivierung religiöser Normativität bestehen.

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