Weder „Kriegsmaschine“ noch Apologetik: der Beginn der Religionswissenschaft in Frankreich

Abstract

Der Aufsatz geht der frühen französischen Religionsforschung in ihren ersten zwei Generationen seit der Institutionalisierung nach und zeigt exemplarisch, wie sich im historisch und politisch spezifischen Kontext der Dritten Republik eine Religionsforschung bildete, die sich von der Theologie abgrenzte und ihre eigene disziplinäre Identität suchte. Dabei stehen zuerst die wissenschaftlichen Institutionen und ihre Genres (Antrittsvorlesungen, Zeitschriften, Lexika und Kongresse) im Fokus. Mit zwei Beispielen wird anschliessend der Prozess der Verwissenschaftlichung und die Veränderung der frühen französischsprachigen Religionswissen-schaft von der ersten zur zweiten Generation illustriert: Léon Marillier steht exemplarisch für die erste Generation der französischen Religionswissenschaftler, während mit Marcel Mauss die Konsolidierung von Religionswissenschaft, -geschichte und -soziologie beschrieben wird. Die frühe französischsprachige Religionswissenschaft wird somit anhand der Genese ihrer ersten Denkstile konturiert, die sich im Durchgang durch die Genres aufzeigen lassen.

https://doi.org/10.26034/fr.argos.2025.8218
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