Genres der Verwissenschaftlichung: zur Einführung

Abstract

Der Beitrag führt in das AЯGOS-Sonderheft Genres der Verwissenschaftlichung ein, das sich den Verflechtungen von Religion und Wissenschaft in unterschiedlichen sozialen, politischen und institutionellen Kontexten widmet. Am Beispiel des II. Internationalen Kongresses für Allgemeine Religionsgeschichte (Basel, 1904) zeigt die Einführung, wie Akteur*innen Wissenschaftlichkeit beanspruchen, aushandeln oder bestreiten – und wie sich diese Dynamiken in spezifischen medialen, sozialen und textuellen Formaten niederschlagen. Diese Formate werden als Genres der Verwissenschaftlichung verstanden: als soziale Rahmungspraktiken, in denen Wissenschaftlichkeit performativ hervorgebracht und modelliert wird. Verwissenschaftlichung erscheint dabei nicht als linearer Fortschrittsprozess, sondern als konfliktreiche, situierte Bewegung, in der sich epistemologische, institutionelle und gesellschaftspolitische Perspektiven verschränken. Das Sonderheft fragt nach den kulturellen Bedingungen und Ausdrucksformen solcher Prozesse und nach ihrer Bedeutung für die Entstehung und Selbstverortung der Religionswissenschaft als akademischer Disziplin.

https://doi.org/10.26034/fr.argos.2025.8896
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Copyright (c) 2025 Anja Kirsch , Stephanie Gripentrog-Schedel